7 Wochen Teneriffa

Im Juni 2016 fasten meine Lebensgefährtin Emma und ich den Entschluss, gemeinsam mit unserem Sohn Frederik nach Teneriffa zu fliegen. Emma war schon einige Male zuvor auf dieser Insel und hatte mir berichtet wie schön es dort ist. Da ich selbst schon einige Male in Spanien gewesen bin und das Klima sowie die subtropischen Früchte der Costa de Tropical in Andalusien schätzen lernte, ging ich davon aus das es mir auf Teneriffa sehr gefallen würde. Und was soll ich sagen: Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt! Warme Temperaturen, ein angenehm erfrischender Ozean, eine tolle, vielfältige Landschaft und sehr köstliche Früchte. Trotz dessen entschieden wir uns dafür die Insel wieder zu verlassen und zur weiter westlich gelegenen Insel La Palma weiterzuziehen. Warum? Das erkläre ich später.

Von Düsseldorf nach Bajamar

Am Samstag, den 02. Juli war es dann soweit. Gemeinsam stiegen wir gegen Mittag in Düsseldorf in den Flieger und landeten ca. 16 Uhr kanarischer Zeit am Flughafen im Süden Teneriffas. Zwischen Deutschland und den Kanaren ist eine Stunde Zeitunterschied. Eine Tatsache die ich gerne vergesse, wenn ich eine Verabredung zum Telefonieren mit Freunden in Deutschland habe.
Mit unserem Mietwagen machten wir uns auf den Weg nach Bajamar, einer kleinen Stadt im Norden der Insel. Die Fahrt durch den Süden der Insel erinnerte sehr an die Durchquerung einer Wüste, doch schon wenig später erreichten wir den grünen Norden und es regnete sogar etwas. Am Abend kamen wir dann schließlich in Bajamar bei unseren Freunden Yasmin und Michael an und waren ziemlich geschafft.

Bajamar und die Finca Luz Serena

Ein für uns wesentlicher Grund warum wir Teneriffa und Bajamar als unser Ziel wählten, ist das ökologische Projekt von unseren Freunden Michael und Yasmin. Sie kauften zum Jahresbeginn 2016 ein 1 Hektar großes Stück Land auf dem sie ein ökologisches Zentrum errichten möchten, welches widerum den Grundstein für ein ganzes ökologisches Dorf legen soll. Das Land ist in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. So gibt es einen privaten Bereich für Familien, die auf dem Land leben möchten, einen Bereich an dem eventuell eine Schule und ein Gemeinschaftshaus entstehen wird, und für einen kleineren Teil des Landes planen sie einen Gemeinschaftsgarten, der auch von der örtlichen

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Finca Luz Serena

Bevölkerung genutzt werden könnte. Wer mehr über Yasmin & Michael erfahren möchte, findet eine genauere Projektbeschreibung auf gofundme.com. Auch wenn uns das Projekt sehr gefällt, hat es für uns den großen Nachteil, dass keine Bäume vorhanden sind, die bereits Früchte geben, mit denen wir einen Großteil unseres Bedarfs zum Leben decken könnten. Doch jetzt zurück zu unserem Aufenthalt auf Teneriffa.

In den ersten Tagen in denen wir noch einen Mietwagen hatten, waren wir etwas mehr unterwegs aber hauptsächlich um noch ein paar Erledigungen zu machen. Doch direkt am zweiten Tag fuhren wir in die Berge und sahen einen tollen Kiefernwald, der mir Teneriffa nochmal von einer ganz anderen Seite zeigte. Wenn wir nicht unterwegs waren, half ich Yasmin & Michael ein paar Stunden auf dem Land. Das tat ich auch weiterhin als sie am Ende unserer Zeit in Bajamar für zwei Wochen verreisten. Ich half ihnen dabei das Tor zu streichen , Kaktusfeigen zu pflanzen, Mauern zu bauen, das Grundstück vom Müll zu befreien, die Pflanzen zu wässern und einen Kompost anzulegen.

Bajamar, Finca Luz Serena
Unterstützung für die Finca Luz Serena

In den Nachmittag – und Abendstunden nutzte ich die Zeit um an meiner Website zu arbeiten, ging mit Emma und Frederik Papayas und andere Früchte kaufen, oder wir machten einen kurzen Ausflug zum Strand oder bei Ebbe zu den natürlichen Swimmingpools. Da ich diesen Artikel aus meiner Erinnerung heraus schreibe und nicht alles im Detail wiedergeben kann und das auch den Rahmen sprenge würde, fasse ich im Folgenden zusammen, was mir in den letzten 7 Wochen nicht gefallen und gefallen hat.

Was mir nicht gefallen hat

Innerhalb von 7 Wochen sind wir dreimal umgezogen. Das erste Mal nach dem wir zwei Wochen bei Yasmin und Michael in der Wohnung waren. Wir fanden eine recht günstige Wohnung mit Balkon, Meeresblick und nur 2 min von der Finca Luz Serena entfernt. Doch nach drei Wochen ereignete sich ein Wasserrohrbruch in der Wohnung, glücklicherweise nicht durch uns, aber wir wurden von unseren Vermietern gebeten die Wohnung zu verlassen.

Umzug, Bajamar
Packesel für den Umzug

Dann fanden wir direkt eine Wohnung im selben Gebäude nur vier Türen weiter. Doch wie es der Zufall so wollte, hatten wir diese nur nach einer Woche wieder zu verlassen, weil die Wohnung schon vorher an jemand anderen versprochen wurde. Da wir die Wohnung als Notlösung durch einen Bekannten fanden, hatten wir nichts offiziell und zogen für die letzten zwei Wochen schließlich zurück zu unseren Freunden. Das war an sich für uns okay, nur das ihre Wohnung so dicht an der Hauptbühne der Fiesta in Bajamar liegt, war für uns ein Problem.

Fiesta in Bajamar bedeutet, dass an drei Wochenenden hintereinander und sogar unter der Woche im August laut gefeiert wird. An sich super, wenn man tanzen und feiern möchte, aber mit einem sieben Monate jungen Baby alles andere als passend. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass Frederik Fieber bekam, als wir zum zweiten Mal zu ihnen zogen. Wir dachten erst es käme vom Zahnen, doch zwei Tage später stellten wir fest, dass er an Röteln erkrankt war. Zum Glück hat er ein anscheinend starkes Immunsystem und einige Tage später hatte er schon alles überstanden. Insgesamt waren wir alle in den 7 Wochen zu viel drinnen und zu wenig draußen. Schließlich sind wir ja nach Teneriffa geflogen um in und mit der Natur zu leben und uns auch aus dieser mit Früchten, Wildpflanzen und Gemüse zu ernähren.

Was hat mir in 7 Wochen Teneriffa besonders gefallen

Zwei bis dreimal in der Woche ging ich morgens in unmittelbarer Nähe des Ozeans trainieren.

2 Arm Elbow Lever
Training am Ozean

Danach stieg ich je nachdem ob gerade Flut oder Ebbe war, in eines der natürlichen Meerbecken, ging zum Strand oder zu den mit Meerwasser gespeisten Schwimmbecken.

Einige Male nutzte ich sogar die Gelegenheit und schnorchelte in den Naturschwimmbecken und machte ein paar Unterwasserfotografien.
Ein weiterer Punkt, der mir gut in Erinnerung bleiben wird, sind die leckeren Papayas.

Den ganzen Juli über aß ich jeden Tag bestimmt vier große Papayas. Hinzu kommen noch die regionalen Bananen, die einen ganz eigenen Geschmack haben und mit den Bananen, die wir in Deutschland kaufen, nicht zu vergleichen sind.

Was mir auch besonders gefallen hat, waren unsere Ausflüge. Einmal sahen wir uns den Kiefernwald in den Bergen an. An einem Samstag fuhren wir zu einem großen Bauermarkt in Tacoronte, was ein ganz schönes Spektakel war. Die Marktstände hatten ein vielfältiges Angebot, doch am günstigsten für uns waren natürlich die – Papayas!

Bauernmarkt in Tacoronte
Bauermarkt in Tacoronte

An einem Samstag machten wir auch einen Ausflug nach La Punta de Hidalgo und am Abend konnten wir von unserer Wohnung drei verschiedene Feuerwerke sehen. Doch das Beeindruckendste sahen wir an unserem letzten Samstagabend in Teneriffa von der Finca Luz Serena aus, wo wir zwei Nächte zelteten, um der lauten Musik zu entkommen. Das war nämlich der Höhepunkt der Festlichkeiten in Bajamar. Ein weiteres tolles Erlebnis war für mich die Geburtstagsfeier zweier Freunde von Michael und Yasmin. Die Feier fand auf dem Grundstück statt und wir machten ein großes Lagerfeuer, Musik und tanzten bis spät in die Nacht.

Nach sieben Wochen auf Teneriffa kann ich sagen, dass die Insel wahrscheinlich noch wesentlich mehr zu bieten hat, als ich gesehen habe. Auch wenn wir nicht viel unterwegs waren, so haben wir einige nette Leute kennen gelernt und ein ökologisches Projekt weiter vorangetrieben. Momentan ist auf der Finca Luz Serena zu wenig Vegetation vorhanden, so dass wir uns nicht vorstellen konnten da zu bleiben. Seit Montag sind wir jetzt auf der Nachbarinsel La Palma und die Suche nach einem Ort zum Leben geht weiter.

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