Bajamar, du hast mir gefehlt

Vor einigen Wochen hatte ich bereits von einem längeren Aufenthalt auf Teneriffa berichtet. Anschließend reisten meine Lebensgefährtin Emma, unser Sohn Frederik und ich mit der Fähre zwei Wochen nach La Palma um dort nach einem bereits bestehenden Gemeinschaftsprojekt zu suchen. Am 4. September 2016 sind wir wieder nach Teneriffa zurückgekehrt. Seit dem sind drei Wochen vergangen und es ist einiges passiert.

Unsere Freunde Yasmin und Pierre, der in den vorigen Artikeln von mir auch Michael genannt wurde, nahmen uns wieder herzlich in ihrer Wohnung auf. Einige Tage später kam Angelika mit ihrem Sohn hinterher gereist. Sie zeltete zwar ab der zweiten Nacht mit ihrem Sohn auf dem Grundstück, tagsüber wurde es in der Wohnung trotzdem deutlicher enger und lauter. Was normal ist wenn durcheinander gekocht, gegessen, gespielt, telefoniert und gearbeitet wird.

Nachdem wir uns wieder etwas eingelebt hatten begann ich damit im Schattenbereich auf der Finca eine Sitzgelegenheit zu reparieren. Leider lernte ich wenig später, dass getrocknetes Gras zum Bauen mit Lehm nicht so geeignet ist wie Stroh. Der Strohhalm ist nämlich innen hohl und die so eingeschlossene Luft ermöglicht, dass das Gemisch aus Stroh und Lehm schneller und besser trocknet. Da weder Stroh noch Sand auf dem Grundstück der Finca Luz Serena vorhanden sind und dieser Außenbereich in den regenreichen Monaten Oktober und November nicht genutzt werden könnte stoppte ich dieses Bauprojekt wieder.

Baumschule und Bananenplantage

Am Dienstag, eine Woche nach unserer Rückkehr nach Bajamar, besuchten wir gemeinsam mit Pierre die Baumschule La Cosma. Die Baumschule verfügt über ein reiches Angebot an Fruchtbäumen wie Mango-, Cherimoya- und Guavensorten und sogar Jackfruit. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens schnitt uns sogar ein paar Früchte zum Probieren und ich kam zum ersten Mal in den Genuss der Früchte Canistel und Mamey.

Mamey / Große Sapote
Mamey / Große Sapote

Die gelbe Canistel erinnert an eine deftige Creme aus Avocado aber süß im Geschmack und die rote Mamey ist für mich im Geschmack so ähnlich wie eine Dattel jedoch wässriger. Zum Schluss kaufte ich eine Papayapflanze die nach Aussage von Pierre und der Mitarbeiterin bereits nach 8 bis 10 Monaten Früchte bringt. Ich bleibe gespannt.

Nach unserem Besuch bei La Cosma hielten wir noch in einer anderen Baumschule ganz in der Nähe. Ein Mitarbeiter führte uns durch eine Bananenplantage hinzu den verschiedenen Palmen und stickstoffbindenden Bäumen, die beim Projekt Serene Light Gardens dringend gebraucht werden um die Bodenqualität zu verbessern.

Botanischer Garten in Puerto de La Cruz

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Blütenpracht zu Herbstbeginn

Zwei Tage später war mein Geburtstag und mit unserem Mietwagen machten wir einen Ausflug nach Puerto de La Cruz um uns den botanischen Garten anzuschauen. Dort gab es viele einheimische und einige aus den Tropen stammende Pflanzen zu bewundern. So wächst dort unter anderem ein mehr als 10 Meter hoher Mameybaum, einige Pflanzen mit Luftwurzeln, eine besondere Variante der Aloe und die Chicozapote zu deutsch Breiapfel, welche leckere, im Geschmack an Birnen erinnernde Früchte liefert. Zurück in Bajamar saßen wir am Abend beim Lagerfeuer zusammen und machten Musik.

Abschied von der Familie

Am Samstag nach meinem Geburtstag fuhren wir nochmals zum Markt in Tacoronte. Diesmal war mir der Markt bereits bekannt doch anders als beim letzten Mal gab es sogar Mamey im Angebot, welche wir erst einige Tage zuvor probiert hatten. Bei einem stolzen Kilopreis von 12 € kauften wir uns jedoch nur ein zwei faustgroßes Exemplar für 6 €. Einige Tage später ließ ich sie mir dann auf der Zunge zergehen.

Den Tag danach unternahmen wir gemeinsam mit Angelika und ihrem Sohn einen Ausflug in den Westen Teneriffas. Dort besichtigten wir die El Santuario de Salud, die ehemalige Finca von Pierre und Yasmin. Außerdem fuhren wir noch zu einer Mango-Finca in der Hoffnung dort ein paar leckere Mangos probieren zu können doch leider waren die Mangos noch nicht reif.

El Santuario de Salud: Eingang
El Santuario de Salud: Eingang

Am Montag verbrachten wir den Großteil des Tages in der Wohnung, da Emma noch einige Sachen für ihren bevorstehenden Flug nach Deutschland packen wollte. Am Abend sind wir dann nochmal zum Strand in Bajamar gegangen und Frederik konnte etwas in einer Meerwasserpfütze planschen.

Am Dienstag fuhren Emma, Frederik und ich zum Südflughafen. Ich verabschiedete mich von meinen zwei Lieben und fühlte mich schlagartig sehr einsam. Seit langer Zeit waren Emma und ich nicht mehr für einige Tage getrennt und kein einziges Mal seitdem Frederik geboren ist. Die ersten Tage nach ihrer Abreise nach Deutschland war ich wirklich sehr traurig. Jetzt fehlen sie mir natürlich immer noch doch genieße ich auch ein wenig die gewonnene Freizeit.

Zum ersten Mal allein auf Teneriffa

Am Mittwoch nach ihrer Abreise arbeitete ich gemeinsam mit Sito, einem freiwilligem aus La Laguna, daran ein Kompostklo auszuheben. Ein paar Tage später stellte ich gemeinsam mit Vacho, einem anderen Helfer aus Frankreich, die Trockentoilette für’s erste fertig. Am Mittwoch gab es außerdem noch einen dringenden Notfall auf dem Land. Wir hatten uns einige Tage zuvor Hühnermist auf die Finca bringen lassen und nun sahen nicht nur wir uns, sondern auch die umliegenden Anwohner sich zahlreicher Fliegen gegenüber. Damit sie sich nicht weiter vermehren können bedeckten wir die Haufen mit Erde und Plastik.

Im weiteren Verlauf der Woche baute ich mein Zelt auf und stellte es dann wenig später jedoch nochmal um da der von mir gewählte Platz zu windexponiert war. Außerdem half ich Yasmin dabei ihre Wohnung auf Vordermann zu bringen, da sie ein paar Tage Besuch von ihrer Mutter bekam. Am Sonntag unternahm ich dann endlich etwas ganz anderes und machte eine kleine Wanderung einen steilen Berg hinauf. Da ich schneller als erwartet am Ende des Weges ankam, entschied ich mich danach zur Finca zurück zu gehen. Ich holte mein Handtuch und wanderte zum 20 Minuten entfernten Nacktbadestrand, dem Playa Nudista, um die restliche Sonne des Tages noch zu genießen.

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2 Gedanken zu „Bajamar, du hast mir gefehlt

  • 2016-11-02 um 10:05
    Permalink

    Hallo Michael,
    Habe Deinen Blog gelesen, hat mir sehr gut gefallen.
    Werde mit großem Interesse das Projekt weiter verfolgen.
    Wir kennen uns, ich bin Ulli.
    Ganz liebe Grüße auch an alle andere
    Ulli

    Antwort
    • 2017-02-13 um 7:42
      Permalink

      Hallo Ulli,
      ich verfolge das Projekt aus der Ferne weiter. Bin mittlerweile im spanischen Süden wo es mir auch sehr gut gefällt. Viele Grüße, Michael

      Antwort

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