Wie du jeden Konflikt löst – die ultimative Anleitung

Erlebst du in deinem Leben immer wieder Konflikte mit dir selbst oder deinen Mitmenschen? Bist du frustriert, mutlos und unzufrieden und würdest dich selbst und andere gerne besser verstehen? Es gibt einen Weg zu denken und zu sprechen, der dir ermöglicht mit dir selbst, deinen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu kommen und der dir dabei helfen kann, mehr Verständnis und Mitgefühl zwischen dir und deinen Mitmenschen zu schaffen. Verständnis und Mitgefühl sind die Basis um alle Konflikte aus dem Weg zu räumen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diese beiden Bedürfnisse erfüllen kannst und nachdem du ihn gelesen hast, wirst du deine Konflikte anders betrachten und neuen Mut fassen können, sie anzugehen. Am Ende des Beitrags wartet außerdem noch eine Überraschung auf dich.

Meine Erfolgsgeschichte

Bevor ich dir den eigentlichen Weg aufzeige, der dir dabei helfen wird, deine Konflikte zu lösen, möchte ich dir kurz von meiner größten Erfolgsgeschichte berichten, die ich diesem Weg verdanke.

Seit 2010 bin ich mit meiner Partnerin Emma zusammen und wir haben einen 16 Monate jungen Sohn namens Frederik. Bevor ich Emma kennen lernte, führte ich einige andere Beziehungen doch waren sie nie von langer Dauer. Meine Ex-Partnerinnen wurden von mir nicht gehört und als Folge dessen trennten sie sich von mir. Sie brauchten Verständnis und Empathie und ich konnte ihnen nicht dabei helfen, sich diese Bedürfnisse zu erfüllen. Im Spätsommer 2009 lieh mir mein damaliger Mitbewohner das Buch Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens* von Marshall Rosenberg und seitdem hat sich meine Sicht die Welt zu betrachten sehr verändert und ich kann mit 100%-tiger Sicherheit sagen: Es ist dieser Weg und sein tägliches Gehen, warum ich in meiner Partnerschaft und anderen Beziehungen, im Moment der Veröffentlichung dieses Artikels keine ungelösten Konflikte habe und zuversichtlich bin, dass ich zukünftige werde lösen können.

Gewaltfreie Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), Verbindende Kommunikation oder Sprache des Lebens, ist ein vom Psychologen Marshall B. Rosenberg entwickeltes Kommunikationsmodell, dessen Ziel es ist, eine Basis von Mitgefühl und Offenheit zu schaffen. So lautet zumindest die Kurzdefinition von Wikipedia. Mein Verständnis von GFK geht jedoch weiter und so sehe ich sie nicht als Kommunikationsmodell, sondern als Weltanschauung, ja als einen Weg mitfühlend zu denken und zu reden. Warum GFK für mich als Weg zu mehr Mitgefühl und Verständnis  funktioniert und ich denke, dass sie auch nur so funktionieren kann, möchte ich dir anhand von folgendem Bild erklären.

Mitgefühl, Frieden und Liebe sind der Gipfel

Stell dir vor du stehst am Fuße eines Berges. Dieser Berg stellt einen Konflikt zwischen dir und einer anderen Person dar. Der Berggipfel verspricht Mitgefühl, Frieden, Liebe und Weitsicht. Damit du, als auch die andere Person am Gipfel ankommen, genügt es wenn du deinen Rucksack achtsam packst, die vier Markierungen auf dem Weg anläufst, und Ruhe bewahrst. Sobald du am Gipfel bist, kannst du der anderen Person helfen auch dort hinzukommen. Wenn ihr gemeinsam oben seid, werdet ihr unzählige andere Wege erkennen um gemeinsam den Weg fortzusetzen und euren Konflikt zu lösen.

Doch damit diese Expedition gelingt, ist es wichtig wie du deinen Rucksack packst. Der Inhalt deines Rucksacks entscheidet über den gesamten Erfolg der Mission. Wenn du in deinen Rucksack Urteile, Interpretationen, Erwartungen, Diagnosen oder eine andere Absicht als Mitgefühl und Verbindung legst, wird dein Versuch kläglich scheitern. Packst du in deinen Rucksack jedoch die Grundgedanken der GFK hat dein Vorhaben durchaus bessere Erfolgsaussichten.

Die Grundgedanken der Gewaltfreien Kommunikation

Bevor du dich also auf und daran machst, den Gipfel zu erklimmen und den Konflikt zu lösen, überprüfe nochmal den Inhalt deines Rucksacks auf folgende Gedanken:

  • Alles was wir tun oder nicht-tun, tun wir, um ein Bedürfnis zu erfüllen.
  • Handlungen sind Auslöser für Gefühle, jedoch nicht die Ursache.
  • Erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse sind die Gründe für unsere Gefühle.
  • Bedürfnisse unterscheiden sich klar von Strategien, um Bedürfnisse zu erfüllen.
  • Konflikte entstehen auf der Strategieebene und nicht auf der Bedürfnisebene.
  • Jedes Mal wenn jemand etwas für uns aus Angst, Schuld, Scham, Angst vor Strafe oder wegen einer Belohnung tut, werden wir früher oder später die negativen Folgen dafür tragen.
  • Wir selbst können besser zu unserem und dem Glück anderer beitragen, wenn wir uns über unsere eigenen und die Bedürfnisse anderer klar sind.
  • Andere sind eher dazu bereit zu unserem Glück beizutragen, wenn sie unsere Bedürfnisse kennen.
  • Wenn ich andere um etwas bitte, möchte ich, dass sie es mit Freude tun und ich akzeptiere auch ein „Nein“ und sehe das Bedürfnis dahinter.
  • Wenn ich um etwas gebeten werde, möchte ich es mit Freude tun oder drücke mein Bedürfnis aus, welches mich davon abhält „Ja“ zu sagen.

Wenn der Rucksack mit diesen Gedanken gepackt ist, kannst du dich auf den weiteren Weg machen und die vier Streckenmarkierungen (die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation), ansteuern. Du brauchst nicht unbedingt jede ablaufen und das Ziel ist manchmal schneller erreicht, wenn die ein oder andere übersprungen wird. Meine Erfahrung ist jedoch, dass sie in den meisten Fällen den Weg sehr erleichtern.

Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

Im Folgenden beschreibe ich kurz den vierteiligen Prozess der GFK. Die vier Schritte helfen dabei alte und ausgetretene Wege, die nicht zum Ziel führen, zu vermeiden, die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation zu verinnerlichen und  mehr Verbindung, Verständnis und Mitgefühl zu schaffen.

1. Eine klare Beobachtung äußern

Der erste Schritt ist eine klare Beobachtung dessen zu äußern was wahrgenommen wurde. Was hätte eine Kamera gefilmt oder ein Mikrofon aufgenommen?

2. Ein Gefühl benennen

Im zweiten Schritt wird ein eindeutiges Gefühl benannt statt eines Gedanken. Ob du von einem Gefühl sprichst, kannst du daran erkennen ob du die Formulierung „Ich bin …“ statt „Ich habe das Gefühl, dass …“ oder „Ich fühle mich …“ verwendest. Auf letztere folgen in der Regel Gedanken und Interpretationen statt wirkliche Gefühle. Zum Beispiel „Ich habe das Gefühl, dass du mich nicht verstehst“ oder „Ich fühle mich missverstanden.“ Das erste Beispiel ist klar ein Gedanke und beim Zweiten ist wird die Verantwortung für das eigene Empfinden abgegeben. Ein Gefühl wäre zum Beispiel: „Ich bin traurig“.

3. Das Bedürfnis nennen, welches die Ursache für das Gefühl ist

Unsere Gefühle werden durch erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse verursacht. Indem wir unser vorher genanntes Gefühl mit einem Bedürfnis verknüpfen, vermeiden wir Schuldzuweisungen und übernehmen die Verantwortung für unsere Gefühle. Beispielsweise könnte dies so klingen: „Ich bin traurig und frustriert, weil mir Verständnis wichtig ist“.

4. Eine klare und jetzt ausführbare Bitte formulieren

Der Weg wird durch eine klare und jetzt machbare Bitte beendet. Wir lassen unseren Mitmenschen ganz genau wissen, was er/sie jetzt tun kann, um unser Leben zu bereichern. Die wichtigste Bitte ist die nach Empathie, Verbindung und Verständnis: „Würdest du mir sagen, was du mich hast sagen hören?“

„Zwischen dem was ich denke, was ich sagen will, was ich zu sagen glaube, was ich sage, was Sie hören möchten, was Sie zu hören glauben, was Sie hören, was Sie verstehen möchten, was Sie zu verstehen glauben und was Sie verstehen, ist es hochwahrscheinlich, dass wir Probleme mit unserer Verständigung bekommen. Aber lassen Sie es uns versuchen.“ Jaques Salomé

Damit du die vier Schritte und einen verbindenden Wortschatz jederzeit parat hast, habe ich ein Merkblatt zur Gewaltfreien Kommunikation kreiert. Auf diesem Merkblatt findest du die zwei Seiten des GFK Prozesses, sowie eine Liste für Gefühle und Bedürfnisse. Du kannst dir das Merkblatt ausdrucken oder auf dein Handy kopieren und bist so für den nächsten Konflikt gewappnet. 😉 Den Link zum Download findest du am Ende des Artikels.

Jetzt kennst du den Weg, der dich zu mehr Verständnis und Mitgefühl führt. Du hast die Grundgedanken der Gewaltfreien Kommunikation kennen gelernt und weist, dass eine Konfliktlösung mit Hilfe der GKF ohne diese Annahmen nicht möglich ist. Die vier Schritte helfen dir auf dem Weg, die Haltung der GFK zu leben und deine Konflikte zu lösen. Ich hoffe, dich hat der Artikel inspiriert und du hast neuen Mut geschöpft. Zu Beginn habe ich dir eine Überraschung versprochen und ich halte mein Wort.

Da ich zu 100% davon überzeugt bin, dass Gewaltfreie Kommunikation immer zu mehr Verständnis und Mitgefühl führt und sich mit ihrer Hilfe jeder Konflikt lösen lässt, biete ich dir meine Unterstützung an. Beschreibe mir in ein paar Sätzen deinen letzten Konflikt als Kommentar unter diesem Beitrag oder als Mail und ich werde mein Bestes geben, dir zu helfen.

Von ganzem Herzen,
Michael

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